Der Ziegelbrenner
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ungelesen/ Neubuch. Isaak N. Steinberg (1888-1957) stand als linker Sozialrevolutionär und jüdischer Intellektueller im Auge des Sturms des „Katastrophenzeitalters“ (E. Hobsbawm): in der Oktoberrevolution als exponierter Konkurrent des Bolschewismus, im deutschen und amerikanischen Exil als Anwalt der verfolgten europäischen Juden. Einst unterlegen, heute vergessen, steht Steinberg für historische Alternativen von bleibender Aktualität. „Es sind mehrere Dinge, die mich an Steinberg faszinieren: Zum einen stand Steinberg im Zentrum der Oktoberrevolution – und zwar als eine realistische Alternative zu Lenin und seinen Genossen. Zum anderen hat Steinberg ein reichhaltiges und sehr reflektiertes Werk hinterlassen, welches seine sozialrevolutionäre Praxis theoretisch durchdringt. Da mich systematische Fragen (samt der Arbeit an theoretischen Texten) besonders interessieren, ist Steinbergs kaum erschlossenes Werk eine wahre Fundgrube zur Erschließung alternativer Theorie und Praxis radikaler Emanzipation. Im Übrigen ist der Lebenslauf von Steinberg insgesamt äußerst spannend, wirkte er doch in späteren Jahren an führender Stelle in der jüdischen Freiland-Liga. Diese ist heute genauso vergessen wie die sozialrevolutionäre Alternative in der Oktoberrevolution. Angesichts der politischen Bedeutung, die der Person Steinberg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zukommt, ist es schon erstaunlich, dass er so in Vergessenheit geraten ist; auch dieses Faktum spricht einmal mehr Bände über den Verlauf der Geschichte der missglückten Befreiung“, so der Autor in einem Gespräch mit Philippe Kellermann über sein Interesse an Steinberg.
sehr guter Zustand, 184 S., kart.
Wallat Hendrik
Münster
2013
978-3-942885-46-1
edition assemblage