Kemper Claudia

Männlicher Krieg und weiblicher Frieden? – Geschlechterordnung von Gewalterfahrungen

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Beschreibung

Gerade in globalen Kriegszeiten (wobei: wann sind die eigentlich einmal nicht) lesenswerter Beitrag, der das bipolare, reduktionistische Geschlechterverständnis (Frauen sind friedlich und gut und Opfer, Männer sind aggressiv und böse und Täter) kritisiet. Doch wenngleich unbestritten die meisten Menschen in kämpfenden Einheiten männlich sind und die Frauen als „natürliche Kriegsbeute“ betrachtenden Männer Täter sind, so wird diese Gegenüberstellung der komplexen Realität nicht gerecht. Denn Gewalt umfasst mehr als die unmittelbare körperliche Verletzungsmacht (gewalthafte Gesellschaftsstrukturen beinhalten Rassismus, Sexismus und Klassismus), und sie wirkt auch zeitlich umfassender (Nachkriegszeiten sind z.B. von den gemachten Gewalterfahrungen geprägt) – während die Mitsprache an den Bedingungen des Friedens und der nach-kriegerischen Friedensordnung wieder geschlechterspezifisch (ungleich) verteilt ist. Der von der Autorin angewendete intersektionale Gewaltbegriff hebt dieses schmale Büchlein aus der Masse der Veröffentlichungen zu Gewalt und Krieg heraus. Die Autorin stellt überzeugend dar, was die Existenz von Militär und kriegerische Auseinandersetzungen für Auswirkungen auf die Geschlechts-/ Gesellschaftsordnung haben. Hier liegt zusätzlich der Wert dieses vorliegenden Essays, der mittels der Skizzierung der Folgen von gewalthafter „Ordnung“ ein implizites Plädoyer für eine nichtmilitärische Weltordnung ist.

Zusätzliche Information

Gewicht 600 g
Zustand

sehr guter Zustand, 96 S., kart.

Reihe

Reclams Universal-Bibliothek Nr. 14351 (zugl. Reihe Was bedeutet das alles?)

Autor

Erscheinungsort

Stuttgart

Erscheinungsjahr

2023

ISBN/ISSN-Nummer

978-3-15-014351-3

Verlag