Andersch Alfred

Die Kirschen der Freiheit

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Beschreibung

Erstmals 1952 erschienener Bericht über Andersch´ eigene Desertion im Juni 1944, damals inmitten von Kaltem Krieg und Debatten über Wiederaufrüstung von Heinrich Böll in einer Rezension in einer Gewerkschaftszeitung zutreffend als „Trompetenstoß in schwüler Stille“ bezeichnet. Böll fragte: „Wo sind die Deserteure? Wo sind die Eltern, sind die Freunde, die Brüder und Schwestern dieser erschossenen Deserteure, deren Leichen man auf die Schwelle des Friedens häufte“. Andersch gibt ein gutes Zeugnis des Freiheitswillens, des „Anarchiegefühls“, was derzeit, in einer Zeit, da Freiheit als „Luxus“ betrachtet oder zu einem „übertriebenen, naiven und selbstsüchtigen Wunsch“ herabgewürdigt wird und einer der beliebtesten Politiker ausgerechnet der Verteidigungsminister ist (Pistorius, 2004), umso wichtiger ist. Denn angesichts von Corona & Krieg gibt es immer Wichtigeres: den Zusammenhalt von Volk bzw. Nation gegen die Bedrohungen von außen, gegen Viren & feindliche Waffen. Andersch aber beharrte auf der Bedeutung von Freiheit: „Die Freiheit ist nur eine Möglichkeit, und wenn man sie vollziehen kann, so hat man Glück gehabt – worauf es ankommt, ist: sich die Anlage ur Freiheit zu erhalten“. In Deutschland ist dies ein Sakrileg: noch Tage nach dem Kriegsende wurden Todesurteile wegen Wehrkraftzerstzung ausgesprochen und verübt – doch Wehrmachtsrichter fanden in der BRD nach 1945 gut dotierte Universitätspositionen, und die Rechtmäßigkeit der Urteile wurde bestätigt. Da nun in Deutschland abermals die „Kriegstüchtigkeit“ zur Maxime staatlichen Handelns erhoben wird, ist Andersch´ Büchlein ein wichtiges Werk gegen die moralische Diskreditierung und Diffamierung von KriegsgegnerInnen („Lumpenpazifisten“).

Zusätzliche Information

Gewicht 600 g
Zustand

sehr guter Zustand, 95 S., kart.

Autor

Erscheinungsort

Zürich

Erscheinungsjahr

2005, 2006

ISBN/ISSN-Nummer

978-3-257-23609-5

Verlag